Kommunikationshürden in anonymen Foren

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hylli
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Re: Kommunikationshürden in anonymen Foren

Beitrag von hylli » Fr, 08.10.2010 21:28

Ohne jetzt groß den ganzen Thread gelesen zu haben:
Gruß- und anredelose Posts springen mir jedoch sofort ins Auge- fast immer nur negativ.
Bei mir nur dann, wenn dann auch der Post noch
a) unverständlich geschrieben wurde (Problem nicht erkennbar)
b) in schlechtem deutsch/schlechter deutscher Grammatik u. Rechtschreibung (alles klein, fehlende Satzzeichen...) verfasst und
c) "unhöflich" geschrieben wurde, aber nicht im Sinne von "es fehlen Anrede, Hallo und/oder Grußformel", sondern einfach erkennbar am Text, so nach dem Motto: "Ich hab hier ein Problem, seht zu wie ihr mir helft, sonst pöbel ich hier rum!" (Etwas überspitzt, ich geb's zu!)

Wenn also a-c ausgeschlossen werden kann, dann kann ich durchaus gerne auch auf "Höflichkeiten" verzichten, wenn ich sie auch selbst in aller Regel verwende - zumindest bei Eröffnung eines Thread, hoffe ich mal.
Hylli :)

...und nachdem ich das geschrieben habe, steht's nun auch 1:0 für Deutschland!
Ein Dankeschön für eine Lösung tut nicht weh!
Wer eine Lösung selbst findet, sollte die für die Nachwelt auch posten!

Geschäftlich: LibreOffice 5.1.x ("Still") unter Windows 7 32/64bit
Privat: LibreOffice 5.x unter Linux Mint 18.x Cinnamon 64bit u. Arch Anywhere "Mate"

Kurtle

Re: Kommunikationshürden in anonymen Foren

Beitrag von Kurtle » Mo, 11.10.2010 17:27

Das Thema ist nicht ganz neu:
Allgemeine Regeln für dieses Forum
Rocko hat geschrieben:Zunächst aber möchte ich gerne zur Frage der Anonymität Stellung nehmen und wie ich diesen Zustand empfinde. Zwar sind Beiträge im Prinzip themenbezogen oder sollten es sein. Folglich ist die Person, die einen Beitrag schreibt, im Prinzip zweitrangig - sollte man meinen. Dem ist aber nicht so. Es macht nun mal einen Unterschied, wem ich wie eine Frage beantworte.
[...]
Wenn gar ein registrierter Teilnehmer im "Gastmodus" schreibt; ist dann die Verwendung des tatsächlichen Pseudonyms wirklich eine unangemessene Mehrbelastung? Wenn ich einen Beitrag von "Stephan", "balu", "EGO" lese, weiß ich, wie ich deren fachliche Qualifikation einschätze. Wenn dieselben Personen sich als "Gäste" melden ...
Wenn ich das einfach mal so lese und dann sehe, was noch nachgeschoben wurde:
Nun interessierten mich doch deine Aktivitäten in diesem Forum. Deine Hauptaktivität lag in Fragen nach Problemlösungen. Nur gelegentlich hast du selbst auch mal weitergeholfen;
bekomme ich den Eindruck, es soll nur jedem eine Schublade zugeordnet werden können. Es fehlt die Möglichkeit Vorurteilen (positiven als auch negativen) einen Namen zuordnen zu können. Es fehlt die Möglichkeit einen Frager/Newbie/Antworter zurechtweisen zu können mit dem Tenor "Weißt Du überhaupt mit wem Du redest? Ich bin schon länger Mitglied und habe mehr Beiträge geschrieben als Du, erweise mir gefälligst Respekt, schließlich bin ich ein Antworter und Du ein Frager".

Auch langjährige Mitglieder oder Vielschreiber können und haben sich schon kräftig mit Lösungen verspekuliert und manch ein Gast oder anderes "Phantom" konnte Licht ins Dunkel bringen. Wer heute noch fragt gibt morgen vielleicht schon Antworten.

Die nachgeschobene Erklärung, dass es dadurch für eifrige Mitleser und Forenaktive einfacher sei, eventuelle Vorkenntnisse des Schreibers zu beurteilen und eine dementsprechend auf seinen (vermuteten) Kenntnisstand zugeschnittene Antwort zu geben, finde ich unter diesen Gesichtpunkten eher fadenscheinig.

Den Kenntnisstand kann man zum Teil an der Fragestellung ablesen und entsprechend antworten. Ist die Antwort zu kompliziert, zu einfach oder keine Lösung, sollte der Frager dies kundtun. Bevorzugt mit einer fundierte Aussage, warum es keine Lösung ist und was nicht funktioniert bzw. wo ein Missverständnis vorlag. Allerdings stimme ich Dir zu, dass es einfacher ist, sich auf einen Beitrag zu beziehen, wenn ein Name zur Verfügung steht. Dafür reicht es aber sich temporär einen Namen zu geben (Beispielsweise "Kurtle" aber auch "Gast1, 2 oder 33) und im nächsten Thread einen anderen zu verwenden. Für die Standard-Frager ist das sicher egal, die wollen in der Regel schnelle Antworten und nicht Konversation.

Am Rande: Es ist (sinnvollerweise) nicht möglich, mit einem tatsächlichen Pseudonym im Gastmodus zu schreiben, es kommt die Meldung, dass dieser Name bereits vergeben ist. Eine Namenssuche kann dann recht aufwendig werden, Gast (1,2,3,...) klappt dagegen immer.
In deinen 1243 Beiträgen gibst du dennoch ein Stück deiner Persönlichkeit preis und überlässt sie damit der Interpretation. In demjenigen, der deine Beiträge (wie ich) dauerhaft verfolgt, wird also mit der Zeit ein Image von dir entstehen, das mit der realen Person vielleicht gar nicht so viel gemein hat.
Eigentlich gibst Du die Antwort doch selber: Damit kann man auch voll daneben liegen. Die Gefahr ist groß, daß man sich in Vorurteilen versteigt und nicht mehr auf den Inhalt der Beiträge schaut, sondern sie nur noch danach beurteilt, wer sie geschrieben hat.

Obwohl ich schon einige Deiner Beiträge gelesen habe, deren Gesamtzahl angezeigt wird und Du schon öfter auf Deine Wiki-Beiträge hingewiesen hast, weiß ich nicht, ob eine (welche), keine oder alle meiner obigen Vermutungen zutreffen. Schaue ich auf Dein Avatar frage ich mich: Werden sie bestätigt? Sieht er sich wirklich so? Er steht über dem Betrachter (Forenbesucher) und alle sollen ehrerbietig zu Ihm aufschauen? Warum? Weil er fast 1300 Beiträge geschrieben hat? Er schaut zwar nicht auf uns herunter, es wirkt aber doch etwas überheblich und arrogant. Balu dagegen: Lustiges Avatar = lustiger Typ, Balu = der gemütliche Bär aus diesem netten Zeichentrickfilm – ergo: viel sympathischer als Rocko?

Bastel ich mir Vorurteile oder ist es der Weg zum besseren Verständnis?

sven-my hat geschrieben:Sicherlich kann ich eine Antwort mit lauter Zitaten spicken, aber warum sollte ich das machen, wenn es reicht, nur den Beitrag-Schreiber anzusprechen ?
Weil es z.B. deutlich macht, auf welchen Teil der Aussage man sich bezieht und Mitleser eines umfangreichen Threads den Bezug nicht erst suchen müssen.

clag hat geschrieben:Welchen Sinn machen irgendwelche präventiven Zurechtweisungen bevor eine sachliche Antwort gegeben wurde ?
wie hast du schon gegoogelt, hast du schon F1 gedrückt oder sonst was in der Art und was will der so Antwortende damit erreichen ?
Sich die Arbeit einer Antwort sparen wohl kaum, helfen nein, klug daher reden wohl eher !
Ich sehe darin eher den Versuch demjenigen einen Hinweis zu geben, wie er sich ganz einfach selbst helfen kann und ihn darauf aufmerksam zu machen, dass er sich in einem Forum befindet, in dem gerne Hilfe zur Selbsthilfe gegeben wird aber wenig Interesse daran besteht, den kostenlosen Laufburschen zu spielen. Wollte er klug daherreden würde er Dir ja gerade eine möglichst ausführliche Antwort geben, die die ganze Bandbreite seines Wissens beleuchtet und alles nochmal aufzählen, was woanders längst schonmal detailliert aufgeschrieben steht.

"Schau doch mal in der Hilfe, Stichtwort Seitenzahlen, ist dort gut beschrieben" (Oder kurz: F1, Index, Seitenzahlen), ist doch Hilfe – warum interpretierst Du das als Nicht-Helfen? Warum erwartest Du ganz selbstverständlich, dass sich ein Antworter erheblich mehr Mühe macht, als der Frager? Wenn Dir die Antwort nicht passt, warte halt auf eine ausführlichere.
Zugleich ist die Begrüßung und persönliche Anrede ein Ausdruck von Wertschätzung.
Für mich ist es Wertschätzung, wenn der Fragesteller höflich auf Nachfragen oder Hinweise antwortet und erkennbar ist oder wird, das der Fragesteller sich erstmal selber um eine Lösung bemüht hat. Er wird sich bemühen, Licht ins Dunkel der Kristallkugel zu bringen und an der Lösung mitarbeiten. Keines falls wird er unflätig oder ausfallend werden. Auch nicht auf noch so "dumme" Nachfragen, denn er nimmt für sich selbst in Anspruch, genauso "dumme" Fragen jederzeit stellen zu dürfen.

Null Wertschätzung ist es für mich, wenn die Frage mittels einfachster Suche bereits beantwortet würde, der Frager jedoch auf einen entsprechenden Hinweis kundtut, daß er es zum kotzen findet, wenn er die Suche auch noch selber durchführen soll und ihm die Forenmitglieder gefälligst den Link hinschreiben oder aber die Klappe halten sollen, so wär das ja wohl das Letzte. Daraus schließe ich, daß er keinerlei Wertschätzung für Andere empfindet, sondern nur einen Dummen sucht, der für Ihn die Arbeit erledigt und sich ärgert, daß seine Erwartung nicht prompt erfüllt wird.

Erstaunlich finde ich bei solchen Gelegenheiten, wenn der Fragende sofort mit barschem Tonfall Unfreundlichkeit unterstellt und Gehorsam und Respekt vom Antwortenden einfordert, es aber völlig normal findet, dass seine hohen Anforderungen nur für andere aber nicht für ihn selber gelten.

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Re: Kommunikationshürden in anonymen Foren

Beitrag von balu » Mo, 18.10.2010 22:48

Hallo Leute,

über die üblichen Höflichkeitsfloskeln lässt sich wahrlich stunden- und tagelang streiten und diskutieren, und man wird sich nie einig werden. Das liegt in der Natur des Menschen. Die einen sind so, und die anderen sind anders. Und jeder hat da so seine eigene Meinung dazu wie man damit am besten umgeht, oder auch nicht umgeht.

Und dennoch möchte ich das Thema noch mal kurz von einer anderen Seite anleuchten.
Rocko hat geschrieben: Im übrigen hasse ich die übertriebene Tendenz einer anonymisierten Gesellschaft von heute. Aus der Deckung lässt sich natürlich vieles sagen, zu dem man nicht stehen muss.
Nicht nur sagen, sondern auch tun. Bestes Beispiel dazu, mit nur einem Wort ausgedrückt: Internetmobbing.
Getreu dem Motto:

"Ich bin anonym, und ich weiß über Person X so vieles, da lässt sich doch herrlich mobben. Mich kriegen die eh nicht, also mache ich weiter."

Die Konsequenzen dürften wohl auf der Hand liegen.
Natürlich ist nicht gleich jeder der Unhöflich ist auch gleich ein Mobber, das können genau so gut Höfliche Menschen sein. Aber grad das Medium Internet verleitet schnell einen dazu, sich so zu benehmen wie man im ralen Leben eben nicht ist. Würde die Anonymität nicht bestehen, dann könnte es vielleicht unter umständen mit der Höflichkeit besser bestellt sein. Jedoch neige ich in solchen Fällen gerne zu der Aussage:

"Was nicht geschen ist, kann man nicht bestimmen."


Gruß
balu
Sei öfter mal ein Faultier, sag öfter mal "Ach was!" Dann kriegst du keinen Herzinfarkt, und hast ne menge Spass.

wehr rächtschraipfähler findet khan si behalden :D

Gast

Re: Kommunikationshürden in anonymen Foren

Beitrag von Gast » Di, 19.10.2010 18:41

Ganz unwidersprochen kann der Beitrag von Kurtle nicht bleiben; denn er scheint die Ausgangsposition doch nicht so recht verstanden zu haben.
In der Tat. Ebenso wie Construktus habe ich mich gefragt: "Worum geht es Rocko eigentlich wirklich". Allerdings war der Bezug meines Beitrags im wesentlichen der dort auch zitierte Absatz aus Deinem Anfangsposting, in dem Du Deine Einstellung zur Anonymität dargelegt hast.

Auf der einen Seite schreibst Du in diesem Absatz, wie unsicher und fehlerbehaftet eine Interpretation der zur Verfügung stehenden Informationen sein kann und dass dieses Bild vollkommen falsch sein kann, auf der anderen Seite beurteilst Du genau nach diesen unsicheren Kriterien und packst die Leute in Schubladen. Für mich liegt da ein Widerspruch und um dies nochmal offensichtlich zu machen, habe ich eine überspitze Interpretation Deines Avatar mit eingeflochten und meinen Beitrag mit "Wenn ich das einfach mal so lese" begonnen und mit "Bastel ich mir Vorurteile oder ist es der Weg zum besseren Verständnis?" geschlossen.

Für mich liegen die größten Kommunikationshürden in Missverständnissen und Antipathien infolge von "Einschätzungen" bzw. "Reininterpretieren". Das kann bei Frage oder Antwort und unabhängig von Höflichkeit, (fehlenden) Höflichkeitsfloskeln und Anonymität passieren. Es kommt schnell etwas in den falschen Hals und aus dem ersten Ärger heraus wird eine unwirsche oder pikierte Antwort gegeben, die wiederum Verdruss hervorruft ...

Balu hat das recht treffend zusammengefasst:
Das liegt in der Natur des Menschen. Die einen sind so, und die anderen sind anders. Und jeder hat da so seine eigene Meinung dazu wie man damit am besten umgeht, oder auch nicht umgeht.

Kurtle

Re: Kommunikationshürden in anonymen Foren

Beitrag von Kurtle » Di, 19.10.2010 18:44

Jetzt habe ich aus alter Gewohnheit vergessen im vorherigen Beitrag "Kurtle" als Benutzernamen einzutragen.

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