Verankerung von Objekten in der Tabellenkalkulation

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Rocko
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Verankerung von Objekten in der Tabellenkalkulation

Beitrag von Rocko » Sa, 22.02.2014 20:10

Besonderheiten bei der Verankerung an einer Zelle beim Aus- und Einblenden von Zeilen

Über die Verankerung von Objekten (z.B. Steuerelementen) existieren nach meiner Erfahrung sehr diffuse Meinungen. Die Hilfe sagt darüber sehr wenig bis gar nichts aus. Da die Thematik sehr komplex ist, habe ich in der Experimentierphase mit Sicherheit nicht alle Variationsmöglichkeiten ausgeschöpft. Daher füge ich diesem Beitrag an der entsprechenden Stelle Beispieldateien bei, so dass die Ansichten der Screenshots leicht nachvollzogen werden können.

Grundlagenwissen

Die Tabellenkalkulation besteht offensichtlich aus zwei Ebenen. Die erste Ebene ist die, auf der die Kalkulation stattfindet (Funktion der Eingabezeile) und in der auch die Zellenformatierung erfolgt. Die zweite Ebene liegt darüber und ist für die Seitengestaltung mit Objekten zuständig. Die zweite Ebene aber braucht die erste Ebene als Orientierung.

Wenn ein Objekt an einer Zelle verankert wird, wird es inhaltlich nicht Teil der Zelle. Die Zelle gilt also nur als Verankerungsmöglichkeit, solange sie auch tatsächlich „sichtbar“ bleibt. Wird eine solche Zelle ausgeblendet, geht damit auch die Orientierung für die Verankerung verloren. Da das Objekt ja nicht zum Zelleninhalt wird, sondern einer anderen Ebene zugehört, wird es auch nicht mit „seiner“ Zelle ausgeblendet und muss sich daher Ersatz für die Verankerung suchen. Die geschützte Position eines Objekts kann hier keine Abhilfe schaffen, da sich auch die Positionsmaße nicht an der verankerten Zelle orientieren, sondern an der Druckseitenformatierung.

Solange ein an einer Zelle verankertes Objekt nicht größer ist als „seine“ Zelle, können Nachbarspalten/-zeilen bedenkenlos ausgeblendet werden, ohne damit die Zellenverankerung zu stören. Sobald aber eine Spalte/Zeile ausgeblendet wird, in der eine Zelle Verankerungsort für ein Objekt ist, wird das Objekt orientierungslos. Die daraus erfolgte Ersatzverankerung wird durch das Programm nicht wieder rückgängig gemacht.

Hinweise für mögliche Einstellungsvarianten an Beispielen
Verankerung in Zelle - Position schützen 1.ods
(11.29 KiB) 249-mal heruntergeladen
Diese Beispieldatei dient grundsätzlich als Ausgangsdatei für die verschiedenen Experimente. Wenn durch das Programm beim Ausblenden von Zeilen/Spalten Änderungen bei der Verankerung erzwungen werden, können diese mit Strg+z nicht wieder rückgängig gemacht werden. Deshalb muss die Datei mit ihren Ausgangseinstellungen immer wieder neu geladen werden. Im übrigen empfiehlt es sich, zwischendurch auch die Ansichten zu wechseln.

a) Erläuterungen zum nachfolgenden Screenshot:
  • Darstellung der Ausgangssituation in der Seitenansicht (auf einem Randlosdrucker die Druckausgabe!).
  • Damit die Bezugspunkte für die Verankerungen genau nachvollzogen werden können, ist bei der Seiteneinstellung der linke und der obere Rand auf 0,00 cm eingestellt; die Kopfzeile ist ausgeschaltet; die Zellenbreiten und -höhen sind auf gerundete Maße 1,00/2,00 cm bzw. 0,50 cm eingestellt.
  • Da die Positionseinstellungen (Kontextmenü - Position und Größe) sich im Hundertstel-mm-Bereich von den gewünschten Eingaben unterscheiden, hat seinen Grund darin, dass diese Abweichung eine wichtige Voraussetzung für die Bezugszelle der Verankerung ist.
  • Wenn also ein Zelle mit einem Objekt voll ausgefüllt werden soll, bleibt der Verankerung nicht ausreichend Platz. Sie weicht also auf eine andere Zelle aus. Soll diese ebenfalls in der gleichen Zelle positioniert sein, muss das Objekt etwas kleiner gewählt werden, um der Verankerung ebenfalls Platz zu geben.
  • Damit die Auswirkungen des Schutzes von Größe und Position ebenfalls geprüft werden kann, wurden parallel entsprechende Objekte eingefügt.
Verankern an Calc-Zelle 1.png
Verankern an Calc-Zelle 1.png (33 KiB) 6216 mal betrachtet
b) Erläuterungen zum nachfolgenden Screenshot:
  • Wenn auf ein Tabellenkalkulationsblatt Objekte (Zeichenobjekte, Grafiken, Formularfelder) eingefügt werden, treten solange keine Schwierigkeiten auf, wie keine Zeilen/Spalten aus- und eingeblendet werden. Solange durch das Aus- und Einblenden keine Verankerungszellen betroffen sind, hat das ebenfalls keine Auswirkungen. Sobald aber zusätzlich durch das Ausblenden die Maße der Objektgröße betroffen sind, kann dem nur durch die Schutzfunktion für die Größe gegengesteuert werden.
  • Die Schutzfunktion der Position wirkt sich allerdings anders als erwartet aus. Sobald nämlich die geschützte Position durch Ausblenden verloren geht, tritt diese Funktion nämlich außer Kraft. Das Programm trägt hier die erzwungene neue Position automatisch ein, wobei die Größe geschützt bleibt. Der Positionsschutz wirkt somit nur als Schutz vor unbeabsichtigtem Verschieben mit der Maus.
Zeilen ausblenden 1.png
Zeilen ausblenden 1.png (25.94 KiB) 6216 mal betrachtet
c) Erläuterungen zum nachfolgenden Screenshot:

Was passiert, wenn die Zeile 5 bis 7 ausgeblendet werden?
Die Verankerung war in Zeile 7. Sie wechselt in Zeile 8 weil der Bezug zu Zeile 7 verloren gegangen ist.
Zeilen ausblenden 2.png
Zeilen ausblenden 2.png (20.79 KiB) 6216 mal betrachtet
d) Erläuterungen zum nachfolgenden Screenshot:

Werden danach noch die Zeile 8 und 9 ausgeblendet, geht der Bezug zu Zeile 8 ebenfalls verloren. Die Verankerung springt auf Zeile 3, also zwei Zeilen höher, weil beim Ausblenden zwei Zeilen verloren gegangen sind.
Zeilen ausblenden 3.png
Zeilen ausblenden 3.png (18.77 KiB) 6216 mal betrachtet
e) Erläuterungen zum nachfolgenden Screenshot:

Werden nun auch noch die Zeile 10 bis 12 ausgeblendet, bleibt beim ungeschützten Objekt ein Teil des Objekts in Zeile 13 erhalten, die Gesamthöhe verkürzt sich aber um das Höhenmaß der ausgeblendeten Zeile.
Zeilen ausblenden 4.png
Zeilen ausblenden 4.png (18.19 KiB) 6216 mal betrachtet
f) Erläuterungen zum nachfolgenden Screenshot:
  • Das Beispiel wurde so angelegt, dass nach dem Ausblenden aller vorgesehenen Zeilen, die Position des Ankers in Zeile 3 verschoben wurde. Daran ändert sich auch nichts, wenn die ausgeblendeten Zeile jetzt wieder eingefügt werden.
  • Hier ist auch genau zu sehen, dass sich die Position vorher beim Ausblenden geändert hat (trotz Schutzes) und nachträglich nicht mehr in den Urzustand zurückgeführt wird. Nur die Größe des Objekts konnte geschützt werden.
Zeilen ausblenden 5.png
Zeilen ausblenden 5.png (23.07 KiB) 6216 mal betrachtet
Besonderheiten bei der Verankerung an einer Zelle beim Aus- und Einblenden von Spalten

g) Erläuterungen zum nachfolgenden Screenshot:

Ausgeblendet wurden diesmal die Spalten B, E, H. Die Ankerpunkte waren in der Ausgangsposition in der Zeile 7. Da aber die Zelle B 7, E 7 und H 7 jetzt ausgeblendet sind, musste das Programm neue Ankerpunkte suchen. Die wurden aber nicht in die Zeile darüber verschoben, sondern in die freien Zellen links neben dem Objektbeginn.
Spalten ausblenden 1.png
Spalten ausblenden 1.png (18.74 KiB) 6216 mal betrachtet
h) Erläuterungen zum nachfolgenden Screenshot:
  • Werden die Spalten wieder eingeblendet, ändert sich bei geschützter Größe nichts. Der vorher geänderte Anker wird aber nicht mehr zurückgesetzt.
  • Ist die Größe jedoch nicht geschützt, bleibt der Objektteil, der vorher in der Spalte D war, dort auch erhalten. und das Objekt vergrößert sich um das Breitenmaß der wieder eingefügten Spalte.
Spalten ausblenden 2.png
Spalten ausblenden 2.png (27.46 KiB) 6216 mal betrachtet
Auswirkungen von Objekten auf den Ausdruck, die zellübergreifend dimensioniert sind

Die Seitenumbrüche beim Ausdruck einer Kalkulationstabelle werden erst dann sichtbar, wenn das Seitenlayout unter „Format - Seite“ gezielt eingestellt wurde. Dann sind die Seitenbegrenzungslinien auch in der „Ansicht - Normal“ zu sehen. Diese Ansicht gibt aber wenig Auskunft, über die tatsächlich eingestellten Seitenumbrüche. Daher empfiehlt es sich, grundsätzlich vor dem Ausdruck zunächst auf „Ansicht - Seitenumbruch-Vorschau“ umzuschalten und den Ausdruck über die „Seitenansicht“ zu kontrollieren.
Verankerung in Zelle - Position schützen-2.ods
(11.31 KiB) 211-mal heruntergeladen
i) Erläuterungen zum nachfolgenden Screenshot:
  • Um keine unnötig große Ansicht zu erzeugen, wurde das Seitenmaß der Beispieldatei erheblich verkleinert (10 x 10 cm, ohne Kopfzeile).
  • Als Druckbereich werden automatisch alle formatierten Zellen ausgewählt. Das würde beim Ausdruck deshalb auch vier Druckseiten in Anspruch nehmen.
  • Da aber aus den angezeigten Seiten 3 und 4 keine Zelleninhalte bzw. Objekte platziert sind, werden diese auch nicht zum Ausdruck angeboten. (Siehe Seitenansicht!)
  • Das mittlere Objekt reicht über die Zelle hinaus auf die nächste Seite. Gleichgültig wie groß der rechte Rand auch sein sollte; der Seitenumbruch richtet sich grundsätzlich nach den Zellmaßen. Zellen können beim Ausdruck nicht zerteilt werden. Entweder passen die Zellen einer Spalte/Zeile in Breite/Höhe noch in den Druckbereich, oder es wird die jeweilige Spalte/Höhe vollständig auf die nächste Seite umgebrochen. Wenn also der Zellbereich F1:F14 nicht mehr auf Seite 1 passt, wird er auf die nächste Seite umgebrochen. Das gilt auch für Teilbereiche des Objekts, das in diesen Zellbereich hineinreicht.
  • Dadurch entstehen gelegentlich unverhältnismäßig große leere Randbereiche, die aber mit Hilfe des Skalierungsschiebers in der Seitenansicht und/oder mit geringfügigen Änderungen der Spaltenbreiten (in der Seitenansicht = Ränder) vermieden werden können.
Seitenumbruch 1.png
Seitenumbruch 1.png (24.5 KiB) 6216 mal betrachtet
j) Erläuterungen zu den beiden nachfolgenden Screenshots:

Allein deshalb, weil Objekt 3 in Spalte J hineinreicht, wird beim Ausdruck eine neue Seite erzwungen, obwohl auf der Druckseite (siehe Seitenansicht!) noch ausreichend Platz wäre, um das Objekt vollständig anzuzeigen.
Seitenumbruch 2.png
Seitenumbruch 2.png (22.5 KiB) 6216 mal betrachtet
Seitenumbruch 3.png
Seitenumbruch 3.png (23.85 KiB) 6216 mal betrachtet
Hast du schon mal einen Blick in die Writer-FAQ und in die Calc-FAQ des Forums geworfen?
Für jeden vor dem Beginn seiner Seminararbeit ein unbedingtes MUSS: http://openoffice-uni.org/

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