OpenOffice vor dem Aus?

Setup und Komponenten-übergreifende Probleme.

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paljass
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OpenOffice vor dem Aus?

Beitrag von paljass » Fr, 10.07.2015 16:29

Hallo allerseits,
ich hab jetzt schon innerhalb kurzer Zeit zwei Berichte in der PC-Welt gelesen, wonach OpenOffice augenscheinlich nicht mehr weiter entwickelt wird
( http://www.pcwelt.de/prolinux/Stagnatio ... 33552.html ).

Weiß jemand näheres oder was anderes)
Sollte man jetzt dann doch LibreOffice den Vorzug geben?

Gruß und schönes Wochenende
paljass
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bonzo
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Re: OpenOffice vor dem Aus?

Beitrag von bonzo » Fr, 10.07.2015 18:41

Hallo,
mir scheint, dass es mit OpenOffice zuende geht. Ich finde den Link nicht mehr, aber irgendwo wurde die Anzahl der ständig am jeweiligen Projekt beteiligten Leute verglichen, das Verhältnis war 16 OpenOffice gegen 260 Libreoffice.
Hier heißt es dazu:
The lack of progress on all fronts in the project is a major concern
, also wegen fehlenden Fortschritts Anlass zur Sorge.
Ich selbst hatte mein Aha-Erlebniss, als ich vor einigen Wochen ein DOCX zuerst mit Apache Oo öffnete und völlig frustriert war, und dann mit Libre ein akzeptables Ergebnis bekam. Seitdem ist AOo nicht mehr auf meiner Festplatte.
Ciao

Und da ist er doch, der Link: Development activity in LibreOffice and OpenOffice
Windows 7
LO 5.0.2
Oo 4.1.2

Stephan
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Re: OpenOffice vor dem Aus?

Beitrag von Stephan » Fr, 10.07.2015 21:09

Weiß jemand näheres oder was anderes)
Ja, OpenOffice wird weiterentwickelt.
Sollte man jetzt dann doch LibreOffice den Vorzug geben?
Nicht mehr und nicht weniger als bisher, denn schon seit Jahren ist LibreOffice aktiver und schon seit Jahren stimmt dort leider die Qualität nicht.

Symptomatisch dafür sind immer wieder Diskussionen wie hier eine Aktuelle:
http://www.mail-archive.com/discuss@de. ... 18585.html

Dabei geht es nicht um die einzeln dort genannten Fehler, sondern das es LO nicht gelingt die projektinternen Prozesse zur Qualitätssicherung in den Griff zu bekommen.

Ich schrieb jüngst auf einer Mailingliste das ich LO wegen seiner Impulse für freie Office-Software für ein wichtiges Projekt halte, für die so wichtige Qualität gilt aber imho leider weiterhin das was die C't Anfang 2014 im direkten Vergleich von OpenOffice und LibreOffice als Fazit feststellte:

"Vergleicht man die Liste der Funktionen von OpenOffice und LibreOffice, scheint letzteres Paket auf den ersten Blick mächtig aufzutrumpfen. Doch LibreOffice verspricht viel, ohne diesen Anspruch in der Praxis halten zu können. Viele Funktionen sind auch in der aktuellen Version 4.1.3.2, die das Team als stabil und für den professionellen Einsatz geeignet declariert, so fehlerhaft das sie sich kaum sinnvoll nutzen lassen. Damit beschränken sich die Vorteile auf kleine Verbesserungen. [...]
Letztendlich punktet das OpenOffice-Paket, da dessen Entwickler neue Funktionen erst dann einzubauen scheinen, wenn sie zuverlässig laufen, und anderenfalls lieber darauf verzichten - wie man es von Profientwicklern eigentlich erwartet."


siehe:
https://www.heise.de/artikel-archiv/ct/ ... ster-Oldie


Das Hauptproblem sehe ich dort wo es beiden Projekten (Apache OpenOffice und LibreOffice) gemeinsam nicht annähernd gelingt zur einstmaligen Bedeutung [1] von OpenOffice.org aufzuschließen und wo gleichzeitig sichtbar ist das MS Office sich rasant wandelt und die Zeiten einer großen Desktop-Office-Suite gezählt scheinen weil die Zukunft in der Cloud anzunehmen ist.
Hierauf (Office 365) haben derzeitig weder OpenOffice (z.B. mit AdropenOffice) oder LIbreOffice (z.B. mit der jüngst angekündigten Android-Version) ebenbürtige Alternativen.

Noch profitieren OpenOffice und LibreOffice davon das für die Cloud technische wie politische Unsicherheiten bestehen, können diese aber irgendwann in der Zukunft überwunden werden wird wohl MS noch mehr Anteile zurückerobern.


[1]
ich habe gerade keinen Link zur Hand, nur zu besten Zeiten von OpenOffice.org bestätigten Marktuntersuchungen/-Befragungen Marktanteile für OpenOffice.org in Deutschland teils bis zu ca. 12% (über alle Betriebssysteme betrachtet).


Gruß
Stephan

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Re: OpenOffice vor dem Aus?

Beitrag von Stephan » Fr, 10.07.2015 21:16

Ich selbst hatte mein Aha-Erlebniss, als ich vor einigen Wochen ein DOCX zuerst mit Apache Oo öffnete und völlig frustriert war, und dann mit Libre ein akzeptables Ergebnis bekam.
Sehr richtig, hier liegt LO vorn weil es die von der OpenSource Business Alliance organisierte Weiterentwicklung der Filter für das Open XML Format [1] vollständiger als OpenOffice in das eigene Office-Paket übernommen hat, das sagt aber nichts Generelles über LO sondern bezieht sich eben auf jene Filter.

[1]
siehe z.B.:
http://www.osb-alliance.de/fileadmin/Wo ... ing_EN.pdf
http://www.osb-alliance.de/fileadmin/Wo ... XMLv06.pdf


Gruß
Stephan

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Re: OpenOffice vor dem Aus?

Beitrag von paljass » Sa, 11.07.2015 07:46

Hi,
vielen Dank für eure Rückmeldungen.
Insbesondere das ausführliche Posting von STephan war hilfreich, zumal ich neben diesm Forum auch noch im LibreOffice-Forum mitmache und dort immer wieder die Fehler in alten wie in neuen Versionen mitbekomme.

Also scheint man abwarten zu müssen, wie es tatsächlich weitergeht - eine Wechsel von Oo zu Lo ist ja auch noch möglich, wenn Oo tatsächlich mal stirbt.

Gruß
paljass
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Re: OpenOffice vor dem Aus?

Beitrag von Stephan » Sa, 11.07.2015 08:09

noch eine eher private Info:
ich selbst arbeite für meine Zwecke, also normale Büroarbeiten (Rechnungen schreiben, Angebote schreiben, etc.) die bei einem IT-Berater so anfallen, immer noch mit OOo 3.3.0, obwohl ich beruflich mit faktisch allen Versionen von OO und LO in Praxis zu tun habe.

Das heißt nun nicht das OOo 3.3.0 eine besondere Version wäre, denn meine diesbezügliche Wahl war eher zufällig, es heißt hingegen das es praktischerseits nichts gibt was seitdem bei OO und LO an Funktionen dazugekommen wäre für meine Anforderungen Relevanz hätte.
Und das ist auch immer mein Rat an professionelle Anwender von OO/LO, es sind die konkrete Anforderungen die entscheiden sollten welche Version man einsetzt, es gibt keinen Grund für ein Update nur um des Updates Willen, zumal beim professionellen Einsatz jedes Update Kosten verursacht, denn es muss z.B. vorab geprüft werden ob mir der neuen Programmversion noch alle bisherigen Extension fehlerfrei laufen und ähnliche Dinge.

Bei Privatnutzern mag dieser Kostenaspekt nicht bestehen, nur wenn ich immer wieder erlebe das sich Anwender ständig auf jedes Update stürzen, sich damit ungewollt Probleme einhandeln und gleichzeitig aber erklären sie hätten von Computern/Software eigentlich keine Ahnung und wollen diese nur benutzen, finde ich das irritierend.


Gruß
Stephan

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Re: OpenOffice vor dem Aus?

Beitrag von balu » Sa, 11.07.2015 16:58

Hallo!

Oh man! Geht das jetzt schon wieder los? Erst dies lange warten als SUN sich damals ausgeklinkt hatte. Und dann die Gerüchte das das OpenOffice-Projekt bei Apache nicht gut aufgehoben sei. Und jetzt???
Ich will nur hoffen das es weiter geht. Dafür Bete ich.


@Stephan
Das folgende nur zur Info für dich.
[... ]wenn ich immer wieder erlebe das sich Anwender ständig auf jedes Update stürzen [...]
Aber wohl nicht alle freiwillig.

[...] und gleichzeitig aber erklären sie hätten von Computern/Software eigentlich keine Ahnung und wollen diese nur benutzen, finde ich das irritierend.
Irritierend mag es wohl sein, aber genau so auch verständlich. Denn das Betriebssystem spielt nämlich in diesem Falle auch eine Rolle, weil es bei Linuxsystem ganz normal ist, dass auch die Open-Office (generell für AOO und LO) bei einem Systemupdate mit einbezogen werden.

Und ich spreche da aus meiner eigenen gemachten Erfahrung, als ich das erste mal in einer Virtuellen-Box Linux installiert hatte. Erst hatte ich mir einen Wolf gesucht um eine ganz bestimmte Linux-Distribution zu finden, die eine bestimmte OO.o (und ich meine wirklich OpenOffice.org, und nicht die anderen) Version schon mit an Board hatte, und kaum das die installation von der Linux-Distri fertig war, wollte es das OO.o Updaten. Das hatte ich natürlich sofort abgebrochen und mich auf die suche gemacht um diese Update Funktion für OO.o zu unterbinden. Das ganze war viel komplizierter als ich gedacht hatte, auch wenn ich es irgendwie geschafft hatte. Aber als Anfänger, mit wenig oder keiner Ahnung, bist Du da ganz schön aufgeschmnissen. Und in folge dessen lassen die Anfänger die Finger davon, nach dem Motto: "Wenn ein automatisches Update durchgeführt wird, ist doch alles bestens, da ich so auf dem aktuellsten Stand bin. Also was solls!?"

Nun, meine Worte treffen wohl nicht auf alle und jeden zu, aber so ist es oder es kann durchaus so sein. Und wie unter den Linux-Distributionen ein Downgade gemacht wird, weiß ich nicht und interessiert mich jetzt auch gar nicht (soll nix gegen Linux sein).

Wie Du siehst sind manche Updates entweder freiwillig oder gar unfreiwillig. Wobei die unfreiwlligen aber auf unwissenheit beruhn.



gruß
balu
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wehr rächtschraipfähler findet khan si behalden :D

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